Kleiner Feiner mit Stoff-Kapuze
Ein Fahrbericht zum neuen BMW 125i Cabrio
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| Es erregt Aufsehen, weckt Begehrlichkeiten und wird doch akzeptiert - das 1er Cabrio von BMW. Bild: Michael Ascherl |
Unser Testwagen wird vom nach wie vor fabelhaften BMW-Reihensechszylinder angetrieben, der hier im 125i Cabrio 218 PS mobilisiert. Das ist genug für alle Fahrsituationen. Wer dem - dann durstigen - Cabrio die Sporen gibt, bemerkt, dass er nichts bemerkt: kein Verwinden, kein Klappern, kein Ausbrechen, wohl aber das kurvengierige Übersteuern des Hecktrieblers, dessen Grenzbereich auf normalen Straßen nur mit Übermut und bei ausgeschaltetem Schleuderschutz zu erreichen ist. Es mag altmodisch klingen, aber die Tatsache, dass der 1er ein Stoffverdeck trägt, erhebt ihn in unseren Augen über das nur mit Klappdach erhältliche 3er Cabrio.
Letzteres sieht geschlossen aus wie ein Coupé, der 1er wird schon auf den ersten Blick immer als Cabriolet erkennbar sein. Freilich bietet er deutlich weniger Platz als der große Bruder, wirkt dafür aber sympathischer, weniger pompös. Ein Offen-Flitzer für Singles und Paare, die ab und an ein bis zwei Kinder mitnehmen möchten - mehr kann und will das 1er Cabrio nicht sein.
36 600 Euro sind eine Menge Geld für ein kleines Cabrio, zumal die Aufpreisliste lang ist. Wer auf den Sechszylinder-Sound und -durchzug verzichten kann, ist mit einem 118i sicher genau so gut bedient wie mit dem 125i und spart fast 8000 Euro und eine Menge Sprit. In jedem Fall erhält er einen typischen BMW: fahrerorientiert, wertstabil und qualitativ Benchmark. Viele Jahre Freude am (offenen) Fahren eben.
Viel Gepäck darf es nicht sein, vor allem dann nicht, wenn das Dach geöffnet werden soll. Dann müssen ein mittelgroßer Koffer und ein Rucksack reichen. Wie das Wetter am Zielort ist, zeigt das Internet im Auto, die passende Musik kommt vom i-Pod oder dem USB-Stick (gerne auch aus dem Radio oder von der CD) - angenehmer als im Testwagen geht Offenfahren kaum. Das Verdeck öffnet sich elektrisch in 25 Sekunden, was sich kurz anhört, aber vom ärgsten Konkurrenten, dem A3 Cabrio aus dem Hause Audi gnadenlos unterboten wird (neun Sekunden). Kaufentscheidend freilich, wird dieser Wert nicht sein. Heck- oder Frontantrieb, weiß-blauer Propeller oder vier Ringe zählen als weiche Faktoren wohl mehr.
Das 1er Cabrio erregt Aufsehen, weckt Begehrlichkeiten und wird doch akzeptiert. Gerade hat BMW die Reihe ein wenig aufgefrischt (unter anderem garnierte man die zentrale Bedieneinheit i-drive mit ein paar Tasten rundum). Ein Grund mehr, mal ein Gespräch mit dem Bankberater zu führen. In aller Offenheit.
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