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Interview: Als NT-Volontäre mussten sich Hanna Duft und Wolfgang Würth vom planbaren Arbeitstag verabschieden
Redigieren (Texte verbessern), recherchieren, Zusammenhänge erkennen und diese möglichst verständlich wiedergeben - das sind die Hauptaufgaben eines Zeitungsredakteurs. Wolfgang Würth (30) und Hanna Duft (26) haben in diesem Jahr ein Volontariat beim Medienhaus "Der Neue Tag" begonnen. Im Interview verraten sie die Tücken des Redakteuralltags und warum es der schönste Beruf der Welt ist.
NT: Habt ihr als Kinder schon immer die Zeitung beschlagnahmt oder wie kamt ihr darauf, bei einer Tageszeitung zu volontieren?
Wolfgang Würth: Ja das habe ich, vor allem um den Sportteil gab es oft Kämpfe. Beworben habe ich mich, weil ich relativ neugierig bin und Zusammenhänge verstehen möchte. Dies zu meinem Beruf zu machen, und meine Erkenntnisse an andere weiterzugeben, erschien mir verlockend.
Hanna Duft: Ich habe schon immer gerne gelesen. Dass mir auch das Schreiben viel Spaß macht, habe ich gemerkt, als ich während meines Studiums als freie Mitarbeiterin beim "Donaukurier" gearbeitet habe.
Interview: Als NT-Volontäre mussten sich Hanna Duft und Wolfgang Würth vom planbaren Arbeitstag verabschieden
Ohne Praktikum keine Chance bei den Medien! Bestätigt ihr diese Aussage?
Wolfgang Würth: Ich habe tatsächlich ein Praktikum beim NT absolviert. Allerdings war dies schon zu Beginn meines Studiums. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass es bei meiner Einstellung nicht so sehr darauf ankam.
Hanna Duft:Ja. Ohne Praktikum beim "Donaukurier" wäre ich dort keine freie Mitarbeiterin geworden. Und ohne ein weiteres Praktikum hätte ich wohl auch das Volontariat beim NT nicht bekommen.
Habt ihr euch durch einen Einstellungstest kämpfen müssen?
Wolfgang Würth: Ich bin ohne Prüfung genommen worden, lediglich beim Vorstellungsgespräch wurde mir auf den Zahn gefühlt.
Hanna Duft:Nein, ich hatte ein recht angenehmes Vorstellungsgespräch über meine bisherigen Erfahrungen im Journalismus. Wissensfragen gab es keine.
Wie sieht der Alltag eines NT-Volontärs aus?
Wolfgang Würth: Momentan bin ich in der Politikredaktion. Dort beginnt der Tag gegen 10 Uhr. Zunächst geht es darum, die Agenturmeldungen zu sichten. Dann heißt es abstimmen, wer welche Meldungen nimmt und Seiten bauen. Dies aber alles unter Berücksichtigung der sich dauernd ändernden Nachrichtenlage. Noch arbeite ich zu, unterstütze den Redakteur. Ab und an konnte ich aber auch schon selbst Seiten bauen.
Interview: Als NT-Volontäre mussten sich Hanna Duft und Wolfgang Würth vom planbaren Arbeitstag verabschieden
Hanna Duft: Mein Tag in der Weidener Lokalredaktion beginnt mit der allmorgendlichen Besprechung. Dann gehe ich auf Termine oder recherchiere eigene Geschichten. Einmal pro Woche habe ich "Umbruch". Das heißt, ich bleibe in der Redaktion, redigiere Texte und "baue" die Seiten der Ausgabe.
Habt ihr euch den Beruf so vorgestellt?
Wolfgang Würth: Ja! Hin und wieder wäre es zwar ganz schön, öfter auf Termin zu gehen und etwas mehr selbst zu schreiben, aber die Berichte in der Politik gestaltet sich eben hauptsächlich aus Agenturmeldungen.
Hanna Duft: Durch meine Zeit als freie Mitarbeiterin wusste ich recht gut, auf was ich mich da einlasse.
Wolfgang, du hast ja schon als Industriekaufmann und Arbeitsvermittler gearbeitet. Kann man den Beruf des Redakteurs mit einem der beiden vergleichen?
Wolfgang Würth: Relativ schwer. Sowohl bei der Ausbildung zum Industriekaufmann als auch als Arbeitsvermittler waren die Abläufe fester geregelt. Außerdem hat mich meine Arbeit nie so sehr interessiert wie die Nachrichten, mit denen ich hier zu tun habe.
Interview: Als NT-Volontäre mussten sich Hanna Duft und Wolfgang Würth vom planbaren Arbeitstag verabschieden
Hanna, du hast Medienwissenschaften studiert. Hilft dir das im Redaktionsalltag?
Hanna Duft:Ich habe im Studium gelernt, zu recherchieren. Allerdings kamen die Infos dort meistens aus Büchern und nicht von Menschen. Außerdem habe ich in Vorlesungen gelernt, schnell mitzuschreiben - ein Vorteil bei Reden und Interviews.
Während eurer Ausbildung durchlauft ihr verschiedene Redaktionen. In welchen habt ihr bisher gearbeitet?
Hanna Duft:Ich habe bisher nur in Lokalredaktionen gearbeitet, in Eschenbach-Kemnath, Sulzbach-Rosenberg, Amberg und Weiden. Mir hat es überall gut gefallen.
Der Redakteur redigiert, recherchiert, hetzt von Termin zu Termin oder schreibt eigene Geschichten. Was gefällt euch am besten?
Wolfgang Würth: Spannend ist, für eine Reportage zu recherchieren und diese zu Papier zu bringen.
Hanna Duft:Ich glaube, es ist der Mix aus allem. Es gefällt mir, raus zu gehen, mit Leuten zu reden, dann wieder die Ruhe vorm Computer beim Schreiben.
Interview: Als NT-Volontäre mussten sich Hanna Duft und Wolfgang Würth vom planbaren Arbeitstag verabschieden
Spontan: Welche drei Eigenschaften braucht ein guter Journalist?
Wolfgang Würth: Neugierde, Mitteilungsbedürfnis und Sachlichkeit.
Hanna Duft:Spontanität, Hartnäckigkeit, Offenheit.
Warum gerade diese?
Wolfgang Würth: Er sollte daran interessiert sein, was in der Welt passiert, das auch mitteilen wollen und dabei nicht bestimmte Sachen verteufeln oder sich dafür zu sehr begeistern, sondern ausgewogen und sachlich berichten.
Hanna Duft:Hat mir die Erfahrung gezeigt.
Was ist das Schönste an eurer Ausbildung?
Wolfgang Würth: Dass mich meine Arbeit persönlich sehr interessiert.
Hanna Duft: Die Vielseitigkeit. Es gibt Tage, da bin ich morgens beim Bauernverband, mittags interviewe ich einen Bodybuilder und abends gehe ich auf eine Modenschau.
Muss man zum Journalisten geboren sein?
Wolfgang Würth: Neugierde muss man mitbringen, aber grundsätzlich kann man das meiste lernen.
Hanna Duft:Sicher kann man vieles lernen, aber letztlich liegt's am Willen, das durchzuziehen. Das hat mit Leidenschaft zu tun.
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