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Mit dem neuen Scirocco will Volkswagen in der Sportarena Traumzeichen setzen
Erinnern wir uns: 1974 fegt ein heißer Wüstenwind auf den Markt kompakter Coupés und wirbelt wie sein Namensgeber Scirocco mächtig Staub auf. Nach 18 Jahren flaut der (Käufer-)Sturm ab, stellen die Wolfsburger die Windmaschine ein. Jetzt bläst ein neuer Volkssportler die Backen auf.
Die Botschaft damals wie heute: Fahrspaß muss bezahlbar sein. Also stellt der neue Scirocco Alltagsnutzen vor die reine Sportwagenlehre. Möglich macht das die Modulstrategie. Heißt: Die Entwickler bedienen sich fleißig aus dem VW-Bauchladen: Fahrwerk von Eos und Passat, Motoren von Golf & Co., Bauteile von Tiguan und Touran. Und darüber spannt sich ein höchst attraktives Blechkleid.
Großes Kühlermaul
Was der frühere Designchef Murat Günac mit der Studie scIROCco geschneidert hat, hat Nachfolger Walter de Silva mit seinen Leuten ein bisschen feingeschliffen. Schließlich soll der Sportler wie sein Urahn auch schon mal einen kleinen Ausblick auf die nächste Golf-Generation geben. So präsentiert der Scirocco das neue Familiengesicht - mit einem schwarzen Band zwischen den ebenfalls schwarz ausgekleideten Scheinwerfern statt eines großen Kühlermauls. Prägnant die markante Schulterlinie, knackig das Heck mit den extrabreiten Radhausbacken und den auffälligen Rückleuchten.
Mit dem neuen Scirocco will Volkswagen in der Sportarena Traumzeichen setzen
So lang wie ein Golf und fast so breit wie ein Passat duckt sich der Scirocco, was eine sehr fließende, dynamische Silhouette ausmacht. Ärgerlich: Der Kofferraum lässt sich nur von innen oder per Schlüssel entriegeln. Außerdem ist die Heckklappe etwas schmal geraten, muss Gepäck über eine hohe Ladekante gehievt werden und gleicht die Sicht nach hinten einem Blick durchs Guckloch. Andererseits gibt es für Lastenträger andere Golf-Spieler. Dennoch: 292 Liter Kofferraum lassen sich nach umklappen der Rücksitze auf 755 Liter vergrößern.
Hinten sollten auf längeren Fahrten nur Personen bis 1,80 Meter sitzen, sonst schleift der Kopf am Dachhimmel. Auf den serienmäßigen Sportsitzen vorne sieht das alles ganz anders aus. Da ist Raum in Hülle und Fülle, wirkt alles frisch und sportlich. Und so fährt sich der wie Eos und Sharan in Pamela in Portugal gebaute Scirocco auch. Die 1,3 Tonnen Leergewicht sind dem Volkssportler nicht anzumerken. Satt liegt der Fronttriebler auf der Fahrbahn und meistert mit seiner enormen Spurbreite (mehr als beim Golf GTI) sicher auch enge Kurven.
Mit dem neuen Scirocco will Volkswagen in der Sportarena Traumzeichen setzen
Aufgeladene Vierzylinder
Mit dem aufpreispflichtigen Doppelkupplungsgetriebe ist Schalten wie Schumi keine Hexerei. Und die adaptive Dämpferkontrolle (925 Euro ab nächstem Frühjahr) passt die Charakteristik Fahrbahn und Fahrsituation an, ist im Sportmodus aber schon recht hart. "Normal" und "Comfort" schonen die Bandscheiben. VW wird den Scirocco durchgehend mit hochaufgeladenen Vierzylindern anbieten. Zum Marktstart am 29. August stehen der neue 1,4 l TSI mit 160 PS (Turbo und Kompressor) und der aus dem Golf GTI bekannte 2.0 TSI mit 200 PS parat.
Beide hängen gut am Gas und bieten jede Menge Fahrspaß. Die knackige Sechsgangschaltung geht gut zur Hand, wer es noch einen Tick besser haben will, greift zu DSG (Sechs- bzw. Siebengang). Ein paar Monate warten muss, wer mit der 122 PS-Basis in die Scirocco-Welt einsteigen will. Direkt zum Marktstart kommt auch noch ein drehmomentstarker TDI mit 140 PS, dem nächstes Jahr noch eine 170 PS-Version folgen wird.
Während Verbrauch senkende Techniken wie eine Start-/Stopp-Automatik noch auf sich warten lassen und ein verbrauchsreduziertes "Bluemotion"-Modell kommt, "wenn es denn der Kunde verlangt", wird auch heftig über ein noch sportlicheres R-Modell mit Allrad-Antrieb nachgedacht. 265 PS gehen bei der adretten Konzerntochter Audi im S3 zur Sache. Und beim 25-Stunden-Rennen am Nürburgring hat VW dem neuen Wüstenwind bereits stürmische 325 PS eingehaucht.
Mit dem neuen Scirocco will Volkswagen in der Sportarena Traumzeichen setzen
Bezahlbarer Traum
Bezahlbar soll das Traumauto sein, weshalb die Wolfsburger den Scirocco mit einer aggressiven Preispolitik positionieren. Es gibt nur eine Ausstattungslinie, die aber von den 17-Zöllern über Klimaanlage und Servolenkung bis zu ESP und Sportfahrwerk bereist bestens bestückt ist. Panoramadach, Ledersitze, automatische Abstandsregelung, Sportpaket und diverse Info- und Entertainment-Angebote geben genügend Raum zur Individualisierung. Nicht zu vergessen die neue Multimedia-Buchse. Schließlich ist der Scirocco nach Meinung der Marketing-Leute maßgeschneidert für die "iPod-Generation" .
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