Legenden aus Bayern, sinnliche Reisen und geschichtsträchtige Dokumente
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Exklusiv-Interview über Finanzkrise und DDR, Schauspielerei, Reich-Ranicki und James Bond
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München. Seinen Namen kennt jeder. Er gehört zu den bekanntesten Musikern der Welt. Doch Daniel Barenboim ist nicht nur ein Stardirigent und Konzertpianist, er wurde auch für sein
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Tom Jones klingt auf "24 Hours" so wie vor 40 Jahren... nur besser
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Elsässerin schreibt Oberpfalz-Krimi - Lucille Clauss debütiert mit dem Roman "Monatsend"
In der Polizeidirektion Oberviechtach droht Kommissar Spichtinger hinter dem Schreibtisch zu versauern, als ein Anruf aus Schönsee eintrifft: Mord an der Landratsgattin! "Na, Zeit ist's worden",
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Kinofilm "Ekkelins Knecht" als DVD bundesweit erhältlich
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Ein frischer Wind weht durch Deutschlands bekannteste Anwaltskanzlei: Ihr Chef Gregor Ehrenberg, von der ARD kurz "Der Dicke" genannt, muss nicht länger seiner Ex-Frau, der Staatsanwältin Christina (Gisela Schneeberger), nachtrauern und zugleich mit ihr vor Gericht die Klingen kreuzen.
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Marianne Faithfull und ihr überragendes Album "Easy Come Easy Go"
"Privat", sagt Marianne Faithfull, "bin ich gar nicht so melancholisch wie auf meinen Platten. Aber in meiner Musik tue ich das, was ich am besten kann: Herzen brechen! Meine Stimme ist so kaputt, die eignet sich für nichts anderes als traurige Lieder - da habe ich ein ähnliches Problem wie Tom Waits."
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Die Geschichte der Welt in 20 Bänden - Reise durch die Vergangenheit
Die lückenlose Beschreibung der Menschheitsgeschichte - dieses Werk hat der Chronik Verlag jetzt herausgebracht. "Die große Chronik-Weltgeschichte" erklärt in 20 Bänden, was zwischen Urknall und der Gegenwart geschah.
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Als Wind und Regen immer stärker werden, flüchten die Menschen in die Häuser. Doch sie finden nur Schutz hinter spärlichen Mauern, denn die Häuser haben kein Dach mehr. Der Blick richtet sich nach oben, gegen den grauen, von Regenwolken überzogenen irischen Himmel, der seine schwarzen Wolken über den Ruinen öffnet und aussieht, als würde er seine Tränen über die kleine Gruppe träufeln.
"Plötzlich, als wir die Höhe des Berges erreicht hatten, sahen wir das Skelett des verlassenen Dorfes am nächsten Hang liegen. Niemand hatte uns davon erzählt, niemand hatte uns gewarnt", so schildert der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll (1917 bis 1985) seine ersten Eindrücke eines verlassenen Dorfes auf Achill Island, am Ende der irischen Westküste.
Mit seiner Familie - seiner Frau Annemarie und den Söhnen Vincent, Raimund und Rene - hatte er sich auf den Weg gemacht, das "Deserted Village" am Fuße des Slievemore (mit 672 Meter der höchste Berg auf der Insel) - zu erkunden. Seine Entdeckungstour hat er in seinem "Irischen Tagebuch" in dem Kapitel "Skelett einer menschlichen Siedlung" festgehalten.
Dieser "Klassiker der Reiseliteratur" ist in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden. Ein Buch, das nichts von seiner Faszination verloren hat, das noch immer zur Pflichtlektüre für jeden Irland-Reisenden zählen muss und das auf knapp 150 Seiten ein eindringliches - und noch immer geltendes Porträt - eines Landes und seiner Bewohner zeichnet.
Auch nach einem halben Jahrhundert sind noch immer Spuren von Heinrich Böll auf Achill Island zu finden. Und wenn man abends sein "Stamm-Pub" aufsucht, erzählen die älteren Leute gerne von "Henry mit der Baskenmütze", der so manche Zigarette dort rauchte, sein Pint am Tresen trank und sich mit den Leuten angeregt unterhielt.
Im September 1955 reiste der Schriftsteller zum ersten Mal auf die Grüne Insel. Was für ihn, der sechs Jahre lang Soldat war, zunächst nur ein Reiseziel bedeutete, wurde schnell ein Refugium. In den Jahren zuvor waren seine viel beachteten Romane "Und sagte kein einziges Wort" (1953) und "Haus ohne Hüter" (1954) erschienen.
Der Wechsel von seinem Wohnort Köln, der immer noch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs trug, nach Irland muss ihm gut getan haben: "Mitte der 50er Jahre bin ich nach Irland geflohen. Ja, es war eine Flucht, weil ich mich in Köln durch einen Hausbau hoch verschuldet hatte und Ruhe vor meiner Familie brauchte." Sein Faible für die Insel geht bis in seine Kindheit zurück: Im Alter von acht, neun Jahren bekommt er ein Buch mit "Irischen Märchen" geschenkt, er liest "Gullivers Reisen" - und bleibt fasziniert von Irland. Zunächst bezieht Böll 1955 Quartier in Keel; 1958 kauft er sich das Cottage in Dugort. Insgesamt gab es 14 Irlandreisen des Dichters.
In diesem Jahr trafen sich Freunde und Literaturinteressierte auf Achill Island, um mit Ausstellung, Lesung, Vorträgen und Exkursionen an den großen deutschen Schriftsteller zu erinnern. Unter den Gästen befand sich auch Sohn René Böll (Jahrgang 1948), der als freischaffender Künstler in Köln lebt, für die Neuauflage des "Irischen Tagebuchs" verantwortlich zeichnet und ein Nachwort dazu verfasst hat.
Wer die Privatbilder aus der Irlandzeit sieht, glaubt eine Idylle gefunden zu haben: ein locker und entspannt wirkender Schriftsteller, Szenen mit den Kindern am Strand und in den Dünen, Ausflüge mit einem Boot. "Mit sechs Jahren bin ich zum ersten Mal hierher gekommen. Aus einer zerstörten Stadt in ein unzerstörtes Land", erinnert sich der Sohn.
Zwei Wochen für Brief
Drei Tage war die Familie - zum Schluss mit dem Bus - unterwegs, um nach Achill Island zu gelangen, zwei Wochen brauchte ein Brief zurück nach Deutschland. "Für uns Kinder war das fast paradiesisch. Wir wurden von Vater und Mutter erzogen und hatten zwei Stunden Unterricht am Tag - gab es schönes Wetter, fiel er aus. Geschlafen wurde in der Garage, die Vater 'Gentlemens Room' nannte", erzählt René Böll.
Eltern und Kinder gingen fast jeden Tag zum Schwimmen, es gab ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen in die Berge. Mehrere Male zog es die Bölls in das "Deserted Village". Besucht man heute die Reste der Siedlung, scheint seit damals die Zeit stehen geblieben zu sein: "(...) graue, gleichförmige Steingiebel, die wir zunächst ohne perspektivische Tiefe sahen, wie dilettantisch aufgestellte Kulissen für einen Gespensterfilm: mit stockendem Atem versuchten wir sie zu zählen, gaben es bei vierzig auf, und hundert waren es sicher."
Bei dem Dorf handelt es sich nach neuesten Forschungen um drei Ortschaften. An den Berghängen finden sich Siedlungsspuren aus der Bronzezeit, die ältesten Ursprünge der Ruinensiedlung reichen bis ins Mittelalter zurück. Bis zu 500 Menschen sollen dort gelebt haben. "The Great Famine" (Die große Hungersnot, 1845 bis 1848) und das Ende der Napoleonischen Kriege (für die hier Fleisch, Leder und Wolle produziert wurden) zwangen die Menschen, den Platz aufzugeben. Bis in die 40er Jahre wurden die Gebäudereste als Almen benutzt.
Böll, der seine Notizen in zwei Tagebüchern festhielt, schrieb das "Irische Tagebuch" in Köln fertig, veröffentlichte es in Zeitschriften und schließlich in Buchform. Es blieb ein Erfolg und spielt auch für Irland noch immer eine wichtige Rolle - als literarische Beschreibung der Bewohner und eines Landes, das Böll als "Europas glühendes Herz" bezeichnet.
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