Klassiker bleiben auf der Strecke
Wandlung im Skilanglauf: Enorme Nachfrage vor allem nach Nordic Cruisern - Skater immer beliebter
Er kennt sie alle: die aus Holz, die extrem langen, die mit und ohne Schuppen, die zum Wachsen, die aus Kunststoff. Er hat verschiedene Techniken ausprobiert: den klassischen, den Skating-Stil und jetzt noch das Nordic Cruising.
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| Der Steinwald - hier in Herzogöd bei Fuchsmühl im Landkreis Tirschenreuth - ist ein beliebtes Ziel für die Wintersportler. Gespurt sind eine kleine Skaterrunde und 40 Kilometer Loipen bis Pfaben (Erbendorf). Bild: Sigrid Eger |
Jahrzehnte lang hatte sich nämlich nicht viel geändert, seit 1860 in Norwegen die ersten Skivereine gegründet worden waren. Die Bretter waren lediglich Fortbewegungsmittel. Unterschiede zwischen Alpin und Langlauf gab es erst, als 1892 am Holmenkollen (Norwegen) die ersten Langlaufwettbewerbe separat in die Wertung kamen.
Seit 1924 gehört der Langlauf zum festen Bestandteil der Olympischen Spiele. Der Finne Pauli Siitonen setzte mit seinem Halbschlittschuhschritt eine völlig neue Entwicklung in Gang - die Freie Technik, das Skating. Seit den 80er Jahren hat sich diese Form immer weiterentwickelt. Wettkämpfe in beiden Stilen gibt es seit der Saison 1985/1986.
Und der Langlauf-Boom hält weiter an, bedingt auch sicher durch die Spitzenleistungen der Athleten wie Claudia Künzel-Nystad, Evi Sachenbacher-Stehle, Axel Teichmann und natürlich Tobias Angerer. Inzwischen sind drei Millionen Deutsche mit den schmalen Brettern in den Wintermonaten regelmäßig unterwegs.
Skater der Trend
Von einem nicht nachlassenden Trend spricht deshalb Peter Zwack, zuständig für den Verkauf und Service beim Sporthaus Fehr in Weiden. "Inzwischen verkaufen wir etwa 25 Prozent Skatingskier, Tendenz steigend." Ab 130 Euro beginnen die Einsteigerbretter (ohne Bindung). Für die Rennausführung ist schon fast das Dreifache hinzulegen.
Immer weiter rückläufig sind die klassischen Modelle. "Fünf Prozent etwa gehen noch über den Ladentisch", weiß der 49-Jährige. "Die Leute sind auch bequemer geworden und scheuen das aufwändige Wachsen", vermutet Zwack den steten Rückgang, obwohl es auch hier längst die No-Wachs-Variante gibt, mit Schuppen. "Das ist einfach und eine super Erleichterung. Kurz einsprühen, und es kann sofort in die Loipe gehen", so Peter Zwack.
Genauso funktionieren auch die Nordic Cruiser, mit 75 Prozent im Weidener Sporthaus das gefragteste Modell. Kürzer, breiter mit abgerundeter Schaufel und leichter im Handling - das macht hier den Spaßfaktor aus. "Ob der Sportliche, der Allrounder oder der, der querfeldein mit seinen Skiern losziehen will, die Industrie bietet für jeden etwas", erklärt Zwack. "Anfänger sind mit etwa 200 Euro für Skier, Bindung, Stöcken und Schuhen dabei."
Über Felder und Wiesen
Vor drei Jahren sei bei den Cruisern der größte Boom zu verzeichnen gewesen. "Viele sind in dem super Winter umgestiegen", sagt Peter Zwack. Auch Hans S. holte sich damals einen dieser breiteren Skier und kehrte zu seinen Wurzeln zurück.
"Jahrelang war ich nur mit den Klassikern unterwegs, dann stieg ich auf die Skater um. Jetzt kann ich auch mal abseits über Felder und Wiesen fahren. So wie ich vor über 50 Jahren auch begonnen habe."
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