Heißes Rennen
Ost und West lieferten sich ein heißes Rennen um die Vorherrschaft im All, während der Kalte Krieg zu eskalieren drohte. Diese Zeiten sind vorbei. Dem Besucher der vor kurzem neu eröffneten Deutschen Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz präsentieren sich Ost- und West-Raumfahrt einträchtig nebeneinander, längst steht im All die internationale Zusammenarbeit im Vordergrund.
Dennoch bieten die einzigartigen Exponate auch einen tiefen Blick in die Geschichte der Raumfahrt - angefangen von ihren Pionieren Konstantin Ziolkowski und Hermann Oberth, über die Entwicklung der Raketentechnik mit der unseligen "Vergeltungswaffe" V 2 bis hin zum Wettlauf zum Mond und zur heutigen Internationalen Raumstation. Und gerade hier unterscheidet sich die Ausstellung von einem Museum: Ständig werden die präsentierten Stücke ergänzt, dem aktuellen Stand der Raumfahrt angepasst. Für Nachschub an einzigartigen Exponaten sorgen schon allein die Kosmonauten, die bei ihren regelmäßigen Besuchen in der Vogtlandgemeinde Ausrüstungsgegenstände oder andere Erinnerungsstücke an ihre Reisen durchs All als Geschenke dabei haben.
Platz genug dafür ist vorhanden - endlich. Denn mit dem großzügig angelegten Museumsbau hat ein jahrelanges Provisorium sein Ende gefunden. Seit der Wende war die Ausstellung auf 200 Quadratmetern in einem ausrangierten, 130 Jahre alten Bahnhofsgebäude zusammengepfercht. Viele Pretiosen konnten aus Platzgründen gar nicht präsentiert werden und verstaubten im Archiv.
Nach zehn Jahren Planungen, Hoffnungen und auch Enttäuschungen ist ein großer Traum des Bürgermeisters und Vorsitzenden des Vereins Deutsche Raumfahrtausstellung, Konrad Stahl, doch noch in Erfüllung gegangen. Zu den 10. Raumfahrttagen konnte er die neue, großzügig angelegte Präsentation im Beisein bekannter Kosmonauten und namhafter Vertreter der Raumfahrtorganisationen ihrer Bestimmung übergeben.
Der deutsche MIR- und ISS-Langzeitkosmonaut Thomas Reiter, Shuttle-Astronaut Gerhard Thiele, der russische Raumstations-Kommandant Pawel Winogradow, der tschechoslowakische Kosmonauten-Veteran Wladimir Remek und nicht zuletzt der "Hausherr", der erste (ost-)deutsche Fliegerkosmonaut Sigmund Jähn, gehörten zum erlesenen Kreis der Ehrengäste mit Weltraumerfahrung.
Zu den auf dem Boden gebliebenen, nicht minder hochkarätigen VIPs zählten Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, der neue Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), und Boris Naumow, Stellvertreter des Chefs des russischen Kosmonauten-Ausbildungszentrums im "Sternenstädtchen" bei Moskau.
Hohe Qualität
Bei der Besichtigung der Präsentation zeigte sich die Raumfahrt-Elite von der Qualität der zahlreichen Stücke beeindruckt. DLR-Chef Wörner brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: "Auf diese Ausstellung können nicht nur die Bürger von Morgenröthe-Rautenkranz und Sachsen stolz sein, sondern alle Deutschen".
Auf 900 Quadratmetern in einzelne Themenbereiche untergliedert finden sich "geflogene" Raumanzüge und Ausrüstungsgegenstände. Eine Vielzahl von Raketen-, Satelliten- und Raumschiffmodellen gehört ebenso zum Inventar wie die Fliegerjacke, die der Schauspieler Tom Hanks in dem Film "Apollo 13" getragen hat oder ein Stück des Sonnensegels, das Apollo-Astronauten vom Mond zurückgebracht haben.
Blickfang ist der mächtige MIR-Simulator in der Halle des Museumsgebäudes. In diesem original großen Modell des Basismoduls der legendären russischen Raumstation MIR haben sämtliche europäischen Kosmonauten vor ihrem Einsatz trainiert. Nun können sich Besucher bei einer Stippvisite selbst ein Bild davon machen, wie eng es in der kosmischen Konservendose zuging.













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